Kloster Marienfeld

Klosterkirche Marienfeld von Süden

Jahrhunderte lang prägte das Zisterzienserkloster Marienfeld das weltliche und das geistige Leben der Menschen in Harsewinkel. Bereits bei seiner Gründung im Jahr 1185 wurde es mit reichem Landbesitz ausgestattet, den die Mönche durch Kauf, Tausch und als Geschenk in den folgenden Jahrhunderten mehrten, sodass am Ende des Mittealters fast alle Bauernhöfe in Greffen, Harsewinkel und Marienfeld dem Kloster eigenhörig waren. Hinzu kam, dass der Abt zugleich Kirchenherr über die Pfarrei Harsewinkel war und dass seit dem 17. Jahrhundert stets Mönche des Klosters die Pfarrstellen innehatten. Auf diese Weise prägten die Zisterzienser den Glauben und die Frömmigkeit der Menschen, die in der Barockzeit in Prozessionen und der Stiftung von Wegekreuzen und Kapellen ihren Ausdruck fanden.

Mit der Säkularisation des Kloster im Jahr 1803 endeten diese Jahrhunderte alten Bindungen und begann auch für die Menschen in Harsewinkel der Aufbruch in eine Moderne, der sich für sie zunächst als ein Aufbruch ins Ungewisse darstellte.


Der im Dezember 2001 gegründete Verein Oikos e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, in den Gebäuden des 1803 säkularisierten Klosters Marienfeld eine neue klösterliche Gemeinschaft des Benediktinerordens zu gründen. Der programmatische Name oikos (=altgriechisch: Haus) steht dabei sowohl für die Abgeschiedenheit mönchischer Tradition als auch für Gastfreundschaft und Weltoffenheit. In einem Haus der Begegnung sollen Menschen die Möglichkeit haben, neue Orientierung in der hektischer werdenden Welt und einen Platz menschenwürdigen Lebens und Sterbens zu finden.