Klimaschutz

Den effizientesten Klimaschutz verwirklichen wir durch die Einsparung von Energie. Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, trägt dazu bei, das Klima zu entlasten und Ressourcen zu schonen.
Die erneuerbaren und somit umweltverträglichen Energiequellen können nur dann einen ernstzunehmenden Stellenwert bei der Energieversorgung einnehmen, wenn der Gesamtverbrauch ganz drastisch gesenkt wird.

Was ist zu tun, was können wir gemeinsam tun?

Die Stadt betreibt 46 eigene Gebäude, die i. d. R. recht hohe Energieverbräuche aufweisen. Zu nennen sind z. B. Schulen, Turnhallen, Wohnheime, Bäder, das Wasserwerk, die Kläranlage, Feuerwehr-gerätehäuser und viele mehr. Deshalb sind wir bestrebt, zunächst hier anzusetzen und die Haustechnik und die Gebäudephysik zu verbessern.
Bei mehreren Gebäuden konnte der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden (zwischen 25 - 50 % des vorherigen Verbrauches).
Alle Turnhallen sind nachträglich mit 25 cm Wärmedämmung auf den Dächern versehen worden. Bei Fenstersanierungen werden nur noch die hochwertigen Gläser eingebaut mit einem U-Wert von 1,1 W/m²K. Das ist der Wärmedurchgangskoeffizient und beschreibt den Wärmeverlust, der durch ein Quadratmeter eines Bauteiles und je Kelvin Temperaturuntertschied verursacht wird. Das bedeutet, bei einer Aussentemperatur von - 10°C und einer Raumtemperatur von + 20°C gehen über jeden Quadratmeter Glas nur noch 33 Watt verloren.
Alle Kesselanlagen werden sukzessive durch Gasbrennwertgeräte ersetzt. Diese haben einen bis zu 10 % höheren Ausnutzungsgrad gegenüber Niedertemperaturkesseln, da sie die im Abgas vorhandene latente Wärmeenergie nutzen. Zudem betreibt die Stadt eine Pelletsanlage am Tecklenburger Weg 126. Pellets sind zu Presslingen verarbeitete Holzreste, die in Sägewerken und holzzubearbeitenden Betrieben anfallen. Die Presslinge werden über eine Förderschnecke in den Kessel transportiert und automatisch entzündet. Dadurch sparen wir über 12.000 Liter Öl im Jahr ein.
Am Bauhof betreibt die Stadt Harsewinkel eine Holzhackschnitzelanlage zur Beheizung des gesamten Bauhofes einschließlich Werkstätten. Hier wird das Material, welches beim Baumschnitt in den städtischen Anlagen anfällt zum Heizen genutzt.
Bei der Umstellung ganzer Beleuchtungsanlagen in Turnhallen konnte der Beleuchtungsenergieverbrauch um 50 % gesenkt werden, bei gleichzeitiger Verbesserung der Lichtverhältnisse. Dies geschieht durch den Einbau elektronischer Vorschaltgeräte und hochwertiger Dreibanden-Leuchtmittel, durch Umzonierung der Schaltmöglich-keiten und durch Lichtstärkenregelung.
Bei der Anschaffung von Elektrogeräten für Rathaus, Schulen oder andere öffentliche Gebäude werden nur Geräte mit dem niedrigsten Energieverbrauch ausgewählt.
Alle Wasserzapfstellen in stadteigenen Gebäuden sind mit Wasserspararmaturen oder Selbstschlussventilen nachgerüstet worden.
Zu dem versucht die Stadt Harsewinkel auf der Energieversorgungsseite zu agieren. So werden in der Kläranlage mit einem Blockheizkraftwerk über 730.000 kWh Strom aus dem Klärgas produziert.
Weitere BHKW´s werden im Schulzentrum und und im Frei- und Hallenbad betrieben.
Auf öffentlichen Gebäuden wie Sporthallen und Sportlerumkleiden, in denen vorwiegend im Sommer viel geduscht wird, hat die Stadt solar-thermische Anlagen aufgebaut. Jetzt können die Sportlerinnen und Sportler in Greffen, Harsewinkel und Marienfeld mit sonnenerwärmtem Wasser duschen, ohne dass fossile Energieträger wie Gas benötigt werden.
In einem Wohnheim, in dem teilweise über 60 Asylbewerberinnen und Asylbewerber untergebracht sind, ist ebenfalls eine solarthermische Anlage installiert worden. Auch hier konnte der Gasverbrauch durch die Maßnahme erheblich gesenkt werden.

Was tut die Stadt Harsewinkel für die Bürger?

Jede/r ratsuchende Bürger/in kann sich bei dem Energiebeauftragten der Stadt kostenlos in allen Energiefragen beraten lassen. Auch werden Gebäudeuntersuchungen vorgenommen und Prioritätenlisten der möglichen Energiesparmaßnahmen erstellt.
Meßgeräte zum Aufspüren von Stromfressern können kostenlos entliehen werden.
Desweiteren betreibt die Stadt Harsewinkel ein kommunales Förderprogramm für solarthermische Anlagen, aus dem mittlerweile schon 130 Solaranlagen gefördert worden sind.
Es werden regelmäßige Infoveranstaltungen angeboten, wo sich alle Interessierten über Themen, wie Förderprogramme, Niedrigenergie- und Passivhausbauweise, Altbausanierung und alles, was zur Energieeinsparung führt, informiert werden.
Kostenlose Broschüren über energiesparende Elektrogeräte, Solaranlgen sowie viele andere Energiethemen sind ständig im Rathaus erhältlich.
Die Stadt Harsewinkel hat bis zur Einführung der Energieeinsparverordnung am 01.02.2002 in allen Baugebieten die Niedrigenergiebauweise, d. h. 30 % unter der damals gütligen Wärmeschutzverordnung, vorgeschrieben und ist somit bundesweit führend bei den Anstrengungen im Klimaschutz.
Die Gruppe Energie der lokalen Agenda 21 trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.00 Uhr in der Münsterstraße 8(Seiteneingang benutzen, der Arbeitskreis trifft sich im Dachgeschoss)