Lokale Agenda

Global denken - lokal handeln!

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In Rio de Janeiro wurde 1992 bei der UNO-Konferenz zum Thema "Umwelt und Entwicklung" von mehr als 170 Staaten ein Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert - die "Agenda 21" - verabschiedet. Diese Agenda 21 enthält wichtige Festlegungen u. a. zur Armutsbekämpfung, Bevölkerungspolitik, zu Handel und Umwelt, zur Abfall-, Chemikalien-, Klima- und Energiepolitik, zur Landwirtschaftspolitik sowie zu finanzieller und technologischer Zusammenarbeit der Industrie- und Entwicklungsländer. Durch Unterzeichnung der Agenda 21 orientiert sich die Bundesregierung bei ihrer entwicklungspolitischen Zusammenarbeit an dieser. Sie schreibt im Kapitel 28 vor, dass die Kommunen jeweils eine Lokale Agenda 21 verabschieden sollen, d.h. also ihren eigenen kommunalen Aktionsplan für eine umwelt- und sozialverträgliche Stadtentwicklung für die nächsten Jahrzehnte ausarbeiten.

Was bedeutet das für Harsewinkel?

Da viele in diesem Programm angesprochenen Probleme und Lösungen auf Aktivitäten auf der örtlichen Ebene zurückzuführen sind, ist das Beteiligen und Mitwirken der Kommunen und ihrer BürgerInnen ein wesentlicher Faktor bei der Verwirklichung der in der Agenda enthaltenen Ziele, um eine umwelt- und sozialverträgliche Stadtentwicklung für die Zukunft zu konzipieren: "Den Kommunalverwaltungen kommt bei der Durchsetzung einer nachhaltigen Entwicklung eine Schlüsselrolle zu (...). Bis 1996 soll jede Lokalbehörde ihre Bürger befragt und eine Lokale Agenda 21 für ihre Gemeinschaft ausgearbeitet haben". Bei der Erarbeitung einer "Lokalen Agenda 21" geht es darum, die vorhandenen Ansätze, Erfahrungen und Erfolge mit dem Konzept einer nachhaltiger Entwicklung zusammenzubringen und weiterzuentwickeln. Das Innovative besteht in einer Gesamtschau der umweltpolitischen, sozialpolitischen und ökonomischen Bedingungen, d.h., dass möglichst alle "Partner" einer Kommune an der Aufstellung und Umsetzung einer Lokalen Agenda mitwirken sollen. Gefordert sind bei dieser Aufgabe nicht nur ein Verwaltungsbereich (hier: Umweltschutz), sondern die verschiedenen Verwaltungseinheiten der Stadt im Zusammenspiel mit der örtlichen Wirtschaft, den Umweltverbänden, den Schulen und den Volkshochschulen, den Kirchen und sonstigen Vertretern des öffentlichen Bewußtseins. Die Verwaltung soll innerhalb dieses Prozesses nur eine vermittelnde Rolle einnehmen, da die Lokale Agenda 21 durch das selbständige und selbstbewußte Handeln der BürgerInnen getragen wird.

Agenda bedeutet vom Ursprung des Wortes her, "was zu tun ist". Lokale Agenda bedeutet somit, einen kommunalen Aktionsplan aufzustellen, der benennt, was ab heute für das 21. Jahrhundert zu tun ist. In mehrfacher Hinsicht eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten:

  • neue Formen des Dialoges zwischen Verwaltung und Bürger/innen
  • ressortübergreifende Arbeitsweisen innerhalb der Verwaltung
  • Intensivierung kommunaler Nord-Süd-Zusammenarbeit
  • Aufbrechen festgefahrener Meinungs- und Wertemuster
  • Entwicklung langfristiger Leitbilder und Handlungsperspektiven

Die neuen Formen des Dialoges zwischen der Verwaltung und den Bürger/innen müssen bei einer Verwirklichung der Lokalen Agenda 21 die einseitige Kommunikation (Verwaltung ordnet an => Bürger befolgt Anordnung) durch wechselseitige Kommunikation ersetzen. Bei dieser wechselseitigen Kommunikation werden die Verwaltung und die Bürger/innen als gleichwertige Partner behandelt. Das bedeutet, dass die Verwaltung nicht mehr der alleinige Initiator, sondern die Initiative und der Ideenreichtum auch von den Bürger/innen aus kommen muss. Bürger/innen sollten sich in kleinen Projektgruppen zusammenfinden und dort spezielle Probleme zur Nachhaltigkeit diskutieren und Lösungen finden. Die Verwaltung kann derzeit bei diesem Prozess nur koordinierend tätig werden, da für weitere Aktivitäten mehr Arbeitszeit und damit verbunden mehr Personal benötigt würde. Innerhalb der Verwaltung sollen festgefahrene Aufgabengebiete miteinander koordiniert werden, da nur eine Gesamtschau der umweltpolitischen, sozialpolitischen und ökonomischen Bedingungen eine Verwirklichung der Lokalen Agenda 21 ermöglicht.

Was bisher in Harsewinkel passierte

Das in den 1970er Jahren von amerikanischen Naturschutzverbänden geprägte Motto "Global denken - Lokal handeln!", welches auch als Kürzel für die Lokale Agenda 21 benutzt wird, unterstreicht die Notwendigkeit der Intensivierung kommunaler Nord-Süd-Zusammenarbeit. Hierbei ist die derzeitige Mitarbeit der Kirchen hervorzuheben. Deren Aktivitäten müssen weiter unterstützt und ausgebaut werden. Durch den lokalen Agenda-Prozess werden festgefahrene und überalterte Meinungs- und Wertemuster aufgebrochen. Es wird durch die Bildung langfristiger Leitbilder und Handlungsperspektiven ein optimaler Einstieg in das kommende Jahrhundert für uns und kommende Generationen gewährleistet. Derzeit befassen sich alle Städte und Gemeinden des Kreises Gütersloh mit der Umsetzung der Agenda 21. Im Umweltausschuß des Kreises Gütersloh wurde einstimmig die Umsetzung einer Lokalen Agenda 21 auf der Kreisebene beschlossen. Der Rat der Stadt Harsewinkel begrüßt die Ausbreitung des "Agenda 21 - Gedanken". In der 37. Sitzung der Rates am 26.05.1998 wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung beauftragt wird, möglichst viele Harsewinkeler Gruppierungen und Institutionen über die Lokale Agenda 21 zu informieren und damit die Sensibilierung der Bevölkerung hierfür zu stärken. Die Verwaltung soll dabei diesen Prozeß unterstützen und begleiten.

Die von ihm ausgehenden Impulse sollen auch Eingang in die Stadtentwicklungspolitik der Stadt Harsewinkel finden. Die Beratung zur Frage, wo konkrete Schwerpunkte gesetzt werden sollen, wurde innerhalb einer Sondersitzung im Umwelt-, Bau- und Planungs- und Sozialausschuß geführen. In den letzten Jahren setzte die Harsewinkler Lokale Agenda ihren Schwerpunkte in den Bereichen "Energie" und "Umwelt-, Natur- und Tierschutz". Es bestehen in Harsewinkel zwei Arbeitsgruppen (AG) zur Umsetzung der Lokalen Agenda. ("Umwelt-, Natur- und Tierschutz" und "Energie"). Die einzelnen AGs freuen sich über jede Anregung in allen Belangen zur Umsetzung der Lokalen Agenda. In der Presse werden regelmäßig Termine der einzelnen AG veröffentlicht, zu denen Bürger/Innen herzlich eingeladen sind.

Ansprechpartner
Guido Linnemann
Umwelt- und Abfallberatung
Fachbereich 2 - Bürgerdienste
T.:(05247) 935- 197, Fax:(05247) 935- 113
E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

Peter Gödde
Energieberatung
Fachbereich 3.1 - Bauverwaltung/Planung
T.:(05247) 935- 188, Fax:(05247) 935- 170
E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik