IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden (rechts) stellt mit dem Unternehmerverband Kreis GT und der Stadt Harsewinkel die ERgebnisse der Umfrage vor. Foto: Richard Zelenka

Umfrage von IHK, Unternehmerverband und Stadt zur Standortzufriedenheit

Harsewinkeler Unternehmen loben Umweltqualität und medizinische Versorgung – Breitbandversorgung wird kritisiert.
Die Umweltqualität, die medizinische Versorgung sowie die Sport- und Freizeitmöglichkeiten in Harsewinkel werden von den heimischen Unternehmen in einer Auswahl von 50 Standortfaktoren am besten bewertet. Das ergab die gemeinsame Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), des Unternehmerverbandes des Kreises Gütersloh (UVGT) und der Stadt Harsewinkel.

Stärken zeigen sich darüber hinaus bei der Nähe zu den Kunden und der Ansprechbarkeit der Kommune. „Die Wirtschaftsfreundlichkeit der Bevölkerung und die längerfristigen Weichenstellungen für Wachstum und Beschäftigung werden jedoch in Harsewinkel eher unterdurchschnittlich bewertet“, berichtet IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden. 80 Firmen aus der Stadt beteiligten sich an der repräsentativen Befragung, gut 500 Unternehmen wurden angeschrieben.
77 Prozent der befragten Firmen würden sich demnach erneut für die Stadt als Wirtschaftsstandort
entscheiden, ein leicht unterdurchschnittlicher Wert im Kreisvergleich. Trotzdem wollen sich 39 Prozent der befragten Betriebe in den nächsten fünf Jahren am Standort Harsewinkel vergrößern. „Das ist prinzipiell eine gute Nachricht und eine riesige Chance für die Stadt", meint Burkhard Marcinkowski, Geschäftsführer des Unternehmerverbands. „Aber diese Chance muss auch genutzt werden. Es gibt Bedarf an Flächen. Deshalb appellieren wir an die Kommune, vor allem aber ans Land, diesen Betrieben Möglichkeiten zu eröffnen, hier zu expandieren". Nach den Umfrageergebnissen sehen die Unternehmen bei der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen in Harsewinkel deutlichen Handlungsbedarf, ebenso wie beim wichtigsten Standortfaktor für die Betriebe, der Breitbandversorgung. Darüber hinaus sind laut Befragung die Ausbildungsreife von Jugendlichen, die Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften und von Auszubildenden für die Harsewinkeler Unternehmen von großer Bedeutung – die Zufriedenheit damit sei jedoch relativ gering.
Die Betriebe der Stadt Harsewinkel bewerteten ihren Standort mit 7,0 von 10 möglichen Punkten (Durchschnitt in den zehn befragten Kommunen: 7,2). „Die Ergebnisse zeigen, dass es einigen Handlungsbedarf gibt, damit die Kommune auch zukünftig ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort mit Wachstumschancen bleibt. Sabine Amsbeck-Dopheide, Bürgermeisterin von Harsewinkel, betont den hohen Stellenwert der Wirtschaft in Harsewinkel: „Die Umfrage zeigt, wo wir noch besser werden können und müssen. Das wollen wir im Austausch mit unseren Firmen vorantreiben. Allerdings liegen einige der angesprochenen Kritikpunkte nicht ausschließlich in unserem Verantwortungsbereich. Hier müssen Lösungen mit allen Akteuren gefunden werden, beispielsweise bei den Themen Fachkräftemangel und Gewerbeflächen.“
Die Firmen konnten bei der Umfrage zu 50 Faktoren aus den Themengebieten Infrastruktur, Kosten, Marktpotenzial/Region, Fachkräfte/Bildung sowie Attraktivität der Stadt insgesamt, der Stadt- und der Kreisverwaltung antworten, wie wichtig ihnen das Thema ist und wie zufrieden sie damit sind. Durchgeführt und wissenschaftlich begleitet wurde die Umfrage vom Institut für empirische Wirtschaftsforschung und angewandte Statistik aus Hannover.

Die wichtigsten Ergebnisse der Standortumfrage für Harsewinkel sind in einer Broschüre zusammengefasst und im Internet abrufbar: