Haushaltsrede des Kämmerers 2017

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie wissen, hätte ich im vergangenen Jahr den Haushalt am liebsten überschlagen. Vom diesjährigen Haushalt kann ich das nicht behaupten. Diesen Haushalt brauchen wir auch mit Blick auf den nächsten Haushalt zur Stabilisierung  der Haushaltssituation. Wenn die Planung so umgesetzt werden kann, ist es einer der Haushalte, die einem Kämmerer Freude bereiten. Allerdings eine eher stille, bescheidene Freude. Wir werden uns nicht wie einige andere Kommunen überlegen müssen, wie wir unser Geld anlegen. Aber wir haben die Chance, wieder einiges in geordnete Bahnen zu bringen.

Die Schlagworte zum Haushalt 2018:

·         4,8 Mio. € Überschuss im Ergebnishaushalt – die Ausgleichsrücklage wird gestärkt

·         nur einen geringen Finanzmittelüberschuss im Finanzhaushalt – aber

·         keine neuen Investitionskredite im Jahr 2018  

·         weiterhin konstante Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuern auf niedrigem Niveau

Zunächst noch ein Blick auf das abgelaufene Jahr, das zu der insgesamt verbesserten Haushaltssituation beigetragen hat. Entgegen den Entwicklungen und mir vorliegenden Prognosen im Jahr 2016 haben sich die Gewerbesteuereinnahmen in der 2. Jahreshälfte 2017 deutlich verbessert. Mit etwa 30 Mio. € Einzahlungen wurde der Haushaltsansatz um ca. 6 Mio. € übertroffen, wovon letztendlich nach Abzug der Umlagen in 2017 bzw. 2019 vielleicht 2 Mio. € in der Stadtkasse verbleiben werden.
Der Dank gilt den Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben.

Niedrigere Aufwendungen für Personal sowie für Sach- und Dienstleistungen haben ebenfalls dazu beigetragen, dass das eingeplante Defizit von 10,6 Mio. € im Ergebnishaushalt deutlich geringer ausfallen wird. Es wird allerdings ein Defizit  bleiben. Die genaue Höhe werden wir erst im Jahresabschluss 2017 sehen, da noch Rechnungsabgrenzungen im ersten Quartal 2018 berücksichtigt werden müssen.

Im Finanzhaushalt wirken sich die Verbesserungen aus Mehreinzahlungen und Minderausgaben ebenfalls positiv aus. Darüber hinaus wurde – gleiche Prozedur wie jedes Jahr - deutlich weniger für Investitionen abgerechnet bzw. ausgezahlt und nach 2018 verschoben.  

Verschoben ist jedoch nicht aufgehoben, so dass die Zahlungen für die laufenden Investitionsmaßnahmen in diesem Jahr zum Tragen kommen. 6,25 Mio. € an Krediten inklusive der Landesfördermittel „Gute Schule 2020“ wurden 2017 aufgenommen. Deutlich weniger als geplant. Alle Kredite sind für mindestens 10 Jahre zinslos. Der Kassenbestand fiel trotzdem in den Monaten Januar, Juli und Oktober kurzzeitig ins Minus. Am Jahresende belief sich der Kassenbestand des Kernhaushaltes auf rund 1,2 Mio. €. Neben geringeren Auszahlungen haben die höheren Gewerbesteuereinzahlungen sowie die Rückzahlung von internen Krediten durch die Eigenbetriebe in Höhe von 2,3 Mio. € zu dem Bestand beigetragen.

Weitere Einzelheiten zu 2017 entnehmen Sie bitte dem vorliegenden 4. Quartalsbericht.

Kommen wir zum vorliegenden Haushaltsplanentwurf 2018 mit detaillierten Veranschlagungen über alle Bereiche. Der Haushaltsvorbericht bietet eine übersichtliche Zusammenfassung mit Diagrammen über zeitliche Entwicklungen und interkommunale Vergleiche.

Ich möchte nicht alles wiederholen.

Ich werde daher auf wichtige Themenfelder des Haushaltes 2018 eingehen.

Steuern
In der Wirtschaft stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum und auch bei den örtlichen Unternehmen dürfte sich der positive Trend der letzten Jahre fortsetzen. Was darf man bei den Gewerbesteuereinnahmen ansetzen?  Es ist wie immer ein Blick in die Glaskugel, eine sichere Vorhersage ist nicht möglich. Neben dem Unternehmensumsatz spielen etliche Faktoren bei der Gewinnermittlung durch das Finanzamt und ggf. auch der Zerlegung von Messbeträgen auf mehrere Unternehmensstandorte eine Rolle. Heute getroffene Annahmen können morgen falsch sein.

Wir haben für die Planung 2018 und auch für die Folgejahre mit jeweils 27 Mio. € einen Wert im oberen Durchschnittsbereich angesetzt, wohl wissend, dass dabei sowohl Ausschläge nach oben wie auch nach unten möglich, ja wahrscheinlich sind. Von diesen geplanten Einnahmen wird voraussichtlich ein Drittel, also im Schnitt jährlich etwa 9 – 10 Mio. € in Harsewinkel bleiben. Der Rest ist überwiegend zeitversetzt abzuführen. Wir haben quasi einen Kassenkredit.

Einen positiven Trend kann man auch weiterhin bei den Einkommen- und Umsatzsteueranteilen verzeichnen. Nach den aktuellen Orientierungsdaten des Landes können wir im Jahr 2018 mit ca. 1,1 Mio. € mehr Einkommensteuer-Anteilen und ca. 780.000 € mehr Umsatzsteuer gegenüber dem Jahr 2017 rechnen.

Landeszuweisungen
Nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofes NRW aus dem Jahr 2012 sind den Kommunen abrechnungsbedingte Überzahlungen nach dem Einheitslastengesetz zu erstatten. 2017 erhielt Harsewinkel rund 1,3 Mio. €. Im Jahr 2018 soll diese Erstattung nach der vorläufigen Modellrechnung des Ministeriums erfreulicherweise bei 3,3 Mio. € liegen, 2 Mio. € mehr. Hoffentlich bleibt das in der endgültigen Abrechnung so.

Erstattungen für die Aufnahme von Flüchtlingen
Die kalkulierte Zuweisung des Landes nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz sinkt deutlich auf 1,4 Mio. €. Die Erstattungspauschalen je Person werden monatlich spitz abgerechnet. Der Aufwand wird ebenfalls entsprechend niedriger veranschlagt.
Nach der Anerkennung als Asylbewerber ist das Jobcenter des Kreises Gütersloh zuständig. Trotz einiger neuer Zuweisungen von Flüchtlingen im Jahr 2017 sinken daher die Leistungszahlungen durch die Stadt Harsewinkel. Nicht in gleichem Maße werden jedoch die Wohnunterkünfte freigezogen. Da entsprechende Wohnungen fehlen, muss die Stadt weiterhin eine erhebliche Anzahl von Personen unterbringen. Ende 2017 waren das noch 323. Hierfür muss die Stadt weiterhin Verwaltungsleistungen und Hausmeisterdienste erbringen.

Einschlägige Informationen dazu finden Sie im letzten Quartalsbericht.

Während die Kosten für Flüchtlinge nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz pauschaliert durch das Land und die Unterkunftskosten der anerkannten Asylbewerber, die von der Stadt Harsewinkel untergebracht werden, durch den Kreis Gütersloh erstattet werden, ist dies bei geduldeten Personen nur sehr eingeschränkt der Fall.

Für Personen mit Duldungsstatus wird maximal 3 Monate nach Ablehnung des Asylantrages eine pauschale Erstattung der Kosten gezahlt. Unter den Harsewinkeler Flüchtlingszuweisungen in den letzten Monaten des Jahres 2017 ist ein erheblicher Anteil ohne Bleiberecht. Diese Flüchtlinge kommen zu den teilweise schon länger hier lebenden geduldeten Personen hinzu. Ende des Jahres 2017 waren das insgesamt 60. Nach dem derzeitigen Stand wird die Stadt Harsewinkel in 2018 voraussichtlich einen Erstattungsfehlbetrag von mehr als 500.000 € haben. Hier muss das Land dringend nachbessern, zumal dieser Personenkreis in der Regel keine Arbeitserlaubnisse hat. Die Stadt hat hier keinen Handlungsspielraum.

Personal- und Versorgungsaufwendungen
Die Personalaufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. € können trotz eingeplanter tariflicher Steigerungen fast auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Harsewinkel kommt im interkommunalen Vergleich unter anderem im Vorbericht, aber auch nach dem letzten Strukturbericht für den Kreis Gütersloh, auf gute Werte und dies nicht zu Lasten der Qualität.
Der Personalbestand wird soweit als möglich ständig den Aufgabenveränderungen  angepasst.
Einzelheiten können Sie dem Stellenplan und der organisatorischen Übersicht zum Stellenplan entnehmen.
Die Versorgungsaufwendungen steigen um 60.000 € aufgrund der Pensionierung einiger Beamter.

    Sach- und Dienstleistungen 

      Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sind mit 11,5 Mio. € der zweithöchste Ausgabenblock. In der Rückschau und in der mittelfristigen Planung ist dieser Posten im interkommunalen Vergleich ein Durchschnittswert.
      2018 liegt er etwa 700.000 € über dem Vorjahresansatz. In diesem Aufwandsblock werden auch erhebliche Mittel für Sanierungs- und Bauunterhaltungsmaßnahmen in Schul- und Sportgebäuden veranschlagt.
      Größere Maßnahmen in 2018 sind:

      • Sanierung der Frischwasserzuleitungen in der Gesamtschule mit 254.000 €
      • Fassadensanierung an der Turnhalle St.-Johannesschule mit 195.000 €
      • Sanierung der Besuchertoiletten in der Dreifachsporthalle mit 183.000 €
      • Austausch der Holzbeplankung der Tribüne in der Dreifachsporthalle mit 110.000 €.

      Kreisumlagen
      Die allgemeine Kreisumlage und die Jugendamtsumlage sind mit Abstand die größten Aufwandsposten im Haushalt mit insgesamt rund 18 Mio. €. Diese Umlagen beeinflussen maßgeblich das Wohl und Wehe eines städtischen Haushaltes. Das tückische ist, das die Höhe der Umlagen an der fiktiven Steuerkraft eines zurückliegenden Zeitraumes bemessen wird.

      Für 2018 ist erfreulich, dass die allgemeine Kreisumlage um 6,5 Mio. € und die Jugendamtsumlage um 2,1 Mio. € niedriger ausfällt als 2017. Die Jugendamtsumlage wird sogar voraussichtlich die ortsbezogenen Jugendamtsaufwendungen für Harsewinkel unterschreiten. Leider ein kurzfristiger Effekt. In 2019 werden die Kreisumlagen nach der Planung sogar 1,8 Mio. € über dem hohen Niveau von 2017 liegen, insgesamt sind 28,6 Mio. eingeplant. Diese Auswirkungen sehen Sie auch in der mittelfristigen Planung für 2019.

      Andere wichtige Umlagen
      Die Gewerbesteuerumlage ebenso wie die Finanzierungsbeteiligung zum Fonds Deutsche Einheit sind mit knapp 5 Mio. € veranschlagt.  Diese Umlagen richten sich nach der Höhe der Gewerbesteuereinzahlungen und werden quartalsweise zeitnah abgeführt. Die Finanzierungsbeteiligung zum Fonds Deutsche Einheit ist nach derzeitiger bundesgesetzlicher Regelung letztmalig im Jahr 2019 zu entrichten. Ob es eine Nachfolgeregelung gibt, ist noch offen.

      Die Beteiligung der Kommunen zum Stärkungsparkt NRW ist nach der Landtagswahl abgeschafft worden. 2017 wurden von Harsewinkel noch 1,8 Mio. € gezahlt.

      Die Krankenhausinvestitionsumlage wurde nach dem Vorjahreswert geplant. Die Landesregierung hatte in 2017 aufgrund der Sofortaufstockung der Krankenhausinvestitionsförderung eine höhere Beteiligung der Kommunen um 100 Million € angekündigt. Diese soll nun in 2018 zum Tragen kommen. Der Betrag der Umlage 2018 für Harsewinkel steht noch nicht fest.

      Wohnbau- und Gewerbeflächen
      In den kommenden Jahren wird die Stadt in größerem Umfang Wohnbau- und Gewerbeflächen schaffen müssen, um den erheblichen Bedarf zu decken.
      Allein für den Grunderwerb und damit verbundene Nebenkosten sowie erforderliche Kompensationsmaßnahmen sind in 2018 rund 2,5 Mio. und für die Folgejahre bis 2021 ca. 7 Mio. € eingeplant. Informationen zu den geplanten Maßnahmen wurden bereits im Fachausschuss bzw. im Rat gegeben.

      Dazu kommen die erforderlichen umfangreichen Erschließungsmaßnahmen, die sich auch in den Wirtschaftsplänen zur Wasserversorgung und zum Abwasserbetrieb wiederfinden.

      Der Fortschritt der Maßnahmen in Verbindung mit den Einzahlungen der  Veräußerungserlöse wird den Kassenbestand der Stadt maßgeblich beeinflussen.

      Im Haushaltsjahr 2018 sind rund 3,1 Mio. € an Grundstückserlösen und Beitragszahlungen vorgesehen, in den folgenden 3 Jahren insgesamt rund 16 Mio. €. Der größte Teil der Erlöse in 2018 entfällt auf das frühere Bauhofgelände mit 2,25 Mio. €.  

       

      Bauinvestitionen 
      Für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen sieht der Haushaltsentwurf 2018 insgesamt 8,6 Mio. € vor, unter anderem auch Auszahlungen für Projekte, die in 2017 nicht abgeschlossen oder schlussgerechnet wurden. In der mittelfristigen Planung bis 2021 sind weitere 12 Mio. € für Bauinvestitionen veranschlagt.

      Der größte Investitionsblock im Hochbau liegt mit rund 3,4 Mio. € wiederum im Schulbereich.
      Aufwendigste Maßnahmen sind die Fortsetzung der Umbaumaßnahmen im Schulzentrum in 2018 mit mehr als 1,8 Mio. €, der Umbau und die Sanierung der Kardinal von Galen-Schule mit 880.000 € und Sanierungs- und Brandschutz-maßnahmen in der Astrid-Lindgren-Schule.
      Hinzu kommen noch hohe Beträge für Sanierungen an Schulen im Ergebnishaushalt.

      Die Stadt Harsewinkel hat in den vergangenen Jahren enorme Summen im zweistelligen Millionenbereich in den Schulbau und die Schuleinrichtungen investiert. Es bleibt zu hoffen, dass  diese finanzielle Kraftanstrengung über Jahre  auch den entsprechenden pädagogischen Erfolg mit sich bringt.
      Die Standortumfrage der IHK im Jahr 2017 zeigte beispielsweise auf, dass für die befragten Unternehmen die Ausbildungsreife der Jugendlichen von hoher Wichtigkeit ist. Gleichzeitig herrscht  bei den Unternehmen aber nur eine geringe Zufriedenheit hinsichtlich der Bewerberinnen und Bewerber.

      Immer mehr Schülerinnen und Schüler scheinen auch keinerlei Respekt vor dem Allgemeingut und dem Geld der Steuerzahler zu haben. Im Gegenteil: Mutwilliger Vandalismus und Zerstörungswut auch an teuren Sicherheitseinrichtungen führen teilweise bereits kurz nach dem Einbau zu aufwendigen Reparaturen oder Ersatzbeschaffungen. Wir sind leider gezwungen, mit aufwendigen technischen Einrichtungen zu reagieren.

      Eine weitere größere Hochbauinvestition ist das Feuerwehrgerätehaus in Greffen mit einem Teilbetrag von 800.000 € in 2018.

      Für Straßen, Geh- und Radwege sowie Brücken sind rund 3 Mio. € Investitionen in 2018 eingeplant. Hinzu kommen vorgesehene Unterhaltungsmaßnahmen.

      Die größten Baumaßnahmen in 2018 sind die Erneuerungen der von-Liebig-Straße und der Ostheide/Bahnhofstraße mit Teilbeträgen von 750.000 € bzw. 460.000 €, außerdem die Abbiegespur Steinhäger Straße mit 310.000 €.

      Im Sportbereich steht die Erneuerung des alten Kunstrasenplatzes im Moddenbachtal-Stadion an, für den inklusive der Erneuerung von Fluchtlichtköpfen rund 300.000 € vorgesehen sind.
      Die Erneuerung des Kunstrasenplatzes in Greffen ist für 2019 eingeplant.

      Andere Investitionen
      Finanzmittel für die Installation von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden sind in 2018 mit einem Gesamtbetrag von rund 580.000 € vorgesehen. Weitere Anlagen sind in den Wirtschaftsplänen der Eigenbetriebe veranschlagt.

      Für Inventar an Schulen sind rund 430.000 € vorgesehen, davon für die Gesamtschule 320.000 €.

      Für die Feuerwehr sind 3 neue Fahrzeuge und Einrichtungsgegenstände mit insgesamt 460.000 € eingeplant.

      Kreditaufnahmen
      Wir beabsichtigen, den wiederum hohen Finanzmittelbedarf für Investitionen von rund 13,3 Mio. € in 2018 aus Eigenmitteln zu decken und keine neuen Investitionskredite aufzunehmen. In der Mittelfristplanung  des letzten Haushaltes waren noch 4 Mio. € für 2018 vorgesehen.
      In diesem Jahr kommt uns der Finanzmittelüberschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit von geplant 7,2 Mio. € wie auch die Einzahlungen für Investitionstätigkeit in Höhe von rund 5 Mio. € entgegen.
      Wie dem letzten Quartalsbericht zu entnehmen war, haben wir in 2017 von geplanten 13,5 Mio. € nur rund 5,9 Mio. aufgenommen dank der höheren Gewerbesteuereinzahlungen und niedrigeren Auszahlungen. 2019 ist aufgrund der voraussichtlich wieder defizitären Situation (hohe Kreisumlagen!) eine Kreditaufnahme von 3 Mio. € für Investitionen eingeplant.
      Durchgehend bis 2020 werden jedoch die Fördermittel des Landes aus dem Programm „Gute Schule 2020“ zur Finanzierung der schon eingeplanten Schulbaumaßnahmen in Anspruch genommen. Die Jahresbeträge von 352.000 € werden von der NRW.Bank kreditiert. Die Kredite sind zinslos, die Tilgung übernimmt das Land.
      Ein Blick in die mittelfristige Planung zeigt, dass die Zinsaufwendungen für Kredite ab 2019 voraussichtlich 0 € betragen, in 2018 sind es noch 1.000 € für einen alten Restkredit. Gleichzeitig fallen jedoch die Tilgungen für die bisher aufgenommenen zinslosen Kredite an. Nach dem heutigen Kreditstand haben wir in 2018 100.000 €, in 2019 200.000 € und ab 2020 rund 500.000 € Tilgungsleistungen eingeplant.
      Das ist unter dem Strich eine gute Perspektive für die weiteren Haushalte, wenn die Planung so aufgeht.

      Eingestellte Maßnahmen
      In den Haushaltsplan 2018 einschließlich der mittelfristigen Planung bis 2021 sind alle Maßnahmen eingestellt, die rechtlich vorgeschrieben, vertraglich bindend, beschlossen oder aus Sicht der Verwaltungsfachleute zur Sanierung, Substanz- oder Funktionserhaltung oder Verkehrssicherung erforderlich sind. Die sogenannte Blaue Liste entspricht der Beschlusslage des HFWA vom 15.02.2017. Über Veränderungen entscheidet der Rat auf Vorschlag der Fachausschüsse.

      Die vorliegenden Anträge zum Haushalt, soweit diese bis zum 31.10.2017 eingegangen sind, wurden Ihnen bereits in zuständigen Ausschüssen oder im Ratsinformationssystem bekanntgegeben. Alle Anträge erhalten Sie mit Beschlussvorlagen noch einmal in den Fachausschüssen zur Beratung. Mittel wurden nur eingestellt, wenn diese unter die von mir genannte Grundregel fällt – erforderliche Sanierungen zum Funktionserhalt oder Substanzerhalt oder aus Gründen der Verkehrssicherung.

      Fazit zum Haushalt 2018
      Der Haushalt 2018 ist solide. Alle Maßnahmen werden aus Eigenmitteln finanziert. Die geplanten Kreditaufnahmen konnten in 2017 zu einem erheblichen Teil und können voraussichtlich in 2018 ganz vermieden werden.
      Trotzdem gilt Ausgabendisziplin. Der Kassenbestand zum Jahresende 2018 ist mit rund 220.000 € nicht atemberaubend. Gleiches gilt für die Folgejahre.
      Und der Haushalt 2019 ist nach der Planung schon wieder defizitär und kreditbedürftig.
      Die Jahre 2020 und 2021 sind wieder im hellgrünen Planungsbereich, wenn die Einnahmen nicht wegbrechen und keine neuen Großprojekte aufgelegt werden.
      Aber auch dann werden, sofern sich die Einzahlungen merklich verbessern, keine merklich höheren Rücklagen bzw. Kassenbestände aufgebaut.



      Ein Blick in Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe:

      Wasserwerk

      Das Wasserwerk schließt im Gesamtergebnishaushalt bedingt durch den betriebsbedingten Verlust des Bäderbetriebs insgesamt mit einem negativen Ergebnis ab.

      Bereits im Wirtschaftsplan 2017 war vorgesehen, den Geschäftsanteil der Stadt Harsewinkel an der Stadtwerke Harsewinkel GmbH im Betriebszweig Bäderbetrieb zu halten und die durch die Wasserversorgung und den Kernhaushalt geleisteten Kapitaleinlagen von insgesamt rund 2,8 Mio. € an diese zurückzuführen. Dies sollte über entsprechende Kreditaufnahmen erfolgen. Die Rückführung an den Kernhaushalt ist Ende 2017 verbunden mit einer Kreditaufnahme von 1 Mio. € erfolgt. Die Rückführung vom Bäderbetrieb an die Sparte Wasserversorgung ist jetzt anteilig in den Jahren 2018 bis 2021 vorgesehen, entsprechend des eigenen Liquiditätsbedarfs der Wasserversorgung.

      Die Wasserversorgung nutzt diese zurückgeführten Finanzmittel zur Finanzierung der eigenen Investitionen, hauptsächlich in neue und zu erneuernde Wasserversorgungsanlagen.

      Der Bäderbetrieb wird zur Finanzierung der Kapitalrückführung an die Wasserversorgung und für eigene Investitionen in das Frei- und Hallenbad, darunter die Sanierungen der Becken im Freibad und die Sanitärsanierungen im  Hallenbad in den Jahren 2018 bis 2021 voraussichtlich Darlehen in Höhe von insgesamt rd. 4,6 Mio. € aufnehmen.

      Abwasserbetrieb:
      Der Abwasserbetrieb schließt im Gesamtergebnishaushalt insgesamt mit einem positiven Ergebnis ab, wozu beide Sparten – Abwasserbeseitigung und Bauhof - beitragen.

      In der Sparte Abwasserbeseitigung werden die in den Jahren 2018 bis 2021 erzielten jährlichen Überschüsse aus laufender Verwaltungstätigkeit und die Zuwendungen von Dritten nicht ausreichen, um damit neben der planmäßigen Darlehenstilgung auch die geplanten großen Neubau- und Erneuerungsmaßnahmen auf der Kläranlage und im Kanalnetz zu finanzieren. In den Jahren 2018 bis 2021 wird eine jeweils anteilige Darlehensfinanzierung für die Umsetzung der Planungen erforderlich sein.
      In Summe wird eine Kreditaufnahme von 10,3 Mio. € kalkuliert.

      Und zum Schluss:
      Den Haushaltsplan 2018 mit Anlagen sowie die Haushaltsrede finden Sie wie immer auch auf der Homepage der Stadt in pdf-Ausführung und als Online-Haushalt.
      Fragen zum Haushalt bitte ich – wie in den Vorjahren – zentral per E-Mail an meine Mitarbeiterin Hülya Aksoy zu senden. Frau Aksoy wird die Fragen an den zuständigen Fachbereich weiterleiten und Fragen sowie Antworten allen Ratsmitgliedern im Ratsinformationssystem zur Verfügung stellen.

      Ich bedanke mich bei meinem Haushaltsteam Sebastian Elbracht, Lourdes Jüres und Stefan Volmering für die sehr gute und ausdauernde Unterstützung.  Bei den Fachbereichen bedanke ich mich für die Zusammenarbeit bei den Mittelanmeldungen.


      Herzlichen Dank für Ihre Geduld beim Zuhören.
      Ich wünsche uns gute Beratungen.