Die Jahre seit 1945

Nach dem 2. Weltkrieg setzte sich die in den 1920-er Jahren begonnene Entwicklung dynamisch fort. Die Einwohnerzahl von Harsewinkel stieg - bedingt zunächst durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen - stark an und übertraf den Vorkriegsstand im Jahr 1950 um mehr als ein Drittel.



Zum Landmaschinenhersteller Gebr. Claas, der von der rasch voranschreitenden Technisierung der Landwirtschaft profitierte, kamen in allen drei Ortsteilen weitere Industriebetriebe hinzu, so dass sich Harsewinkel mehr und mehr zu einem attraktiven Standort entwickelte, der die Vorteile einer guten Infrastruktur mit den Vorzügen der ländlichen Umgebung verbindet. Diese Vorteile zogen weitere Neubürger, seit den 1960er-Jahren auch ausländische Arbeiter und Angestellte, an, so dass die Einwohnerzahl sich in den Jahren zwischen 1950 und 1972 noch einmal verdoppelte. Der Bau neuer Wohnsiedlungen, die Entstehung eines modernen Stadtzentrums an Stelle des alten Dorfkerns, der Bau neuer Schulen, die Eröffnung eines Freibades Anfang der 1960er-Jahre und die Anlage einer Parkanlage im Moddenbachtal sind äußere Zeichen dieser Entwicklung. 

Nach einer Phase nur langsam steigender Einwohnerzahlen stiegen diese seit dem Ende der 1980er-Jahre, bedingt durch den Zuzug von Aussiedlern aus Russland, Kasachstan und anderen neuen Staaten auf dem Gebiet der UdSSR sowie von ausländischen Flüchtlingen erneut, deutlich an. Heute ist Harsewinkel, das seit 1973 mit den drei Stadtteilen Harsewinkel, Greffen und Marienfeld eine Stadt bildet, Lebensmittelpunkt für fast 24.000 Menschen.