KunstWerkstadt

Zum Abschluss der einmonatigen Aktion "Kunst im Fenster" fand eine Finissage in der Stadtbücherei St. Lucia statt.

Das Leben mit den kleinen und großen Besorgungen in den Geschäften der Innenstadt, der Schwatz mit Bekannten zwischendurch prägen die Menschen in einer kleinen, überschaubaren Stadt. Künstlerinnen und Künstler präsentierten sich mit ihren Werken im Rahmen der Ausstellung „Kunst im Fenster“ in den Läden der Innenstadt und brachten so ihre Welt in die unsere.


Die stellvertretende Bürgermeisterin Regina Meißner-Schlömer lobte bei der Finissage die tolle Zusammenarbeit der Geschäfte mit den Künstlern. Sie sprach von einer "Win-win-Situation" für alle Beteiligten. Es wurde ein breites Publikum angesprochen und man erlebte die Kunst, nicht wie sonst im Museum, sondern im Alltag. 
Sie bedankte sich herzlich bei August Landwehr, dem Mitbegründer dieser Aktion und Jürgen Grützner, der als Kontaktperson immer ansprechbar war.
Weiterhin hoffe sie, dass die Aktion in zwei Jahren wieder durchgeführt wird.


Jürgen Grützner war auch einer der 28 beteiligten Künstler. Da ihm das Reden nicht so läge, hatte er kurzerhand für die Finissage ein Gedicht geschrieben. Es handelt von der fiktiven Sichtweise des Spökenkiekers, wie er unsere KünstlerInnen in ein paar Jahren sieht. Aber lesen Sie selbst:

"Der alte Stümpel, vor langer Zeit,
es war bekannt in unsrer Stadt,
dass er eine seltene Gabe hat
und jeder wusste weit und breit,
man musste gar nicht so weit gehen
er konnte in die Zukunft sehen.

Gestern wars in dunkler Nacht,
da erschien eh ich's gedacht
der Spökenkieker, er winkt vertraut mich auf die Seite:
hör zu, sprach er und zwinkert in einem fort,
neulich ging ich durch den Ort,
was ich sah, das stimmte mich heiter.
Bilder, Collagen, Skulpturen aus Holz und Metall,
Kunst im Fenster überall!
Er zeigte mir dann was künftig geschieht,
weil er ja in die Zukunft sieht.

Ein weltbekannter Galerist,
ein Mensch mit großem Kunstverstand
zufällig in Harsewinkel ist.
Sagt ich versprech euch in die Hand,
ich mach euch bekannt im ganzen Land.

Merk auf, so sprach der alte Seher,
ich bring dir jetzt die Zukunft näher,
zeig dir was vor Jahresfrist
aus einigen Künstlern geworden ist.

Fangen wir an, wie kanns anders sein
mit Bildhauer Heinrich Breitenstein.
Ein Kunstmäzen hat ihn entdeckt,
und seine Schnitzkunst gleich gecheckt,
hat ihn geholt nach Kanada,
erst meint Heinz, was soll ich da?
Dann geht er hin, was solls,
wenigsten gibts genügend Holz.
Alles gut zu Heinrichs Wohle,
bei ihm wurd' das Holz zu Kohle.

Heinz Schößler mit seinen Werken,
diesen Namen muss man sich merken
der hat eine Riesenkarriere gemacht
und das Glück hat ihm gelacht.
Seine Konten haben sich enorm gewandelt,
seine Bilder werden in Millionen gehandelt.

Gisela Garnschröder, es ist kaum zu sagen
wird für den Pulitzerpreis vorgeschlagen.
Simone Beckmann mit crazy Bildern,
ihre Kunst ist kaum zu schildern,
hat sich weltweit durchgesetzt,
auf acht Millionen wird sie geschätzt.

Heike Schräder, es ist nicht zu ändern,
leitet Kunstschulen in 18 Ländern,
zusammen mit Reza, ihr alle ihn kennt,
er übernimmt das ganze im Orient.

So ging es weiter, bis spät in die Nacht
doch dann, eh ich gedacht---
da bin ich AUFGEWACHT!"

Außer den tollen Porträtfotos vom Foto Paradies wurden bei der Finissage die Aufnahmen von Frau Gertrud Theermann gezeigt. Sie hatte die mitmachenden Schaufenster fotografiert und dabei die sonst so störende Spiegelung der Schaufenster gewollt in den Vordergrund gestellt. Kunst, auf der das Alltagsleben in Harsewinkel zu erkennen ist. Hier eine kleine Auswahl: