Volkstrauertag 2020 am Ehrenmal in Harsewinkel: Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Toppmöller und Helmut Bußmann, Kameradschaft ehmaliger Soldaten gedenken in aller Stille.

Coronabedingt wurden die Veranstaltungen zum Volkstrauertag abgesagt. Stattdessen fand in allen Ortsteilen ein stilles Gedenkten statt. Am Harsewinkeler Ehrenmal  gedachte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide gemeinsam mit  Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Toppmöller und Helmut Bußmann von der Kameradschaft ehemaliger Soldaten der Toten. Bei dem "Gedenken in aller Stille" wurden in diesem Jahr an den Gedenkstätten keine Reden gehalten.  Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide hat statt einer Rede "Gedanken zum Volkstrauertag 2020" formuliert, die an dieser Stelle veröffentlicht werden.

Sabine Amsbeck-Dopheide: Gedanken zum Volkstrauertag 2020
Der Volkstrauertag ist ein stiller Feiertag, auch wenn die Feiertagsverbote in den letzten Jahrzehnten gelockert wurden. Der Volkstrauertag 2020 ist dem Gedenktag der 1950iger Jahren ähnlich. Damals standen die Familien unter dem Eindruck des Erlebten. Viele Familien trauerten um Tote und Vermisste. Es dürfte ihnen ein Anliegen gewesen sein, sich still und traurig ihrer Lieben zu erinnern. Heute 2020 ruht das öffentliche Leben wegen Corona: kein Kino, keine Unterhaltung.
Ein sehr stiller Feiertag, sogar ohne Versammlungen der Vereine und Verbände in allen drei Ortsteilen. Die Plätze vor dem Brunnenhäuschen an der Marienfelder Klosterpforte, vor dem Ehrenmal in Greffen und vor dem Mahnmal in Harsewinkel bleiben weitgehend leer. 
Prinz Charles wird am Volkstrauertag bei der zentrale Gedenkveranstaltung im Bundestag reden. Deutschland konnte sich nicht selbst vom Naziregime befreien. Es wurde befreit von den Alliierten. Uns im Westen wurde Demokratie und Freiheit geschenkt. Allzu leicht geht die Erinnerung verloren, wenn Zeitzeugen sterben.  
Wider das Vergessen müssen wir erinnern an Menschen, die durch Gewaltherrschaft und Krieg zu Tode gekommen sind. Wir müssen uns erinnern an jene, denen großes Unrecht geschehen ist. Unrecht, das oft ein ganzes Leben überschattet und über Generationen nachwirkt.   
Warum? Weil wir aus der Geschichte lernen müssen, um die Welt besser zu machen. Ich lasse einen 100-jährigen Zeitzeugen sprechen, der 1944 mit den amerikanischen Truppen als Soldat in der Normandie gelandet ist und einer der Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen war. Benjamin Ferencz sagt in seinem eben erschienenen Buch: „Politiker und ihre Anhänger, die sagen, ihr Land sei das das größte oder, die sich wünschen, dass ihr Land das größte ist-, sind Kleingeister. Das Größte ist entweder eine Welt, in der wir alle friedlich koexistieren können, oder gar nichts. Menschen, denen nur ihre eigene Nation am Herzen liegt, klingen wie Kinder, die sich über die jeweilige Ecke auf dem Spielplatz streiten. Und Menschen, die sagen, eine vereinte Welt sei nicht möglich, fehlt entweder die Vorstellungskraft oder sie profitieren vom status quo.“ (Benjamin Ferencz, Sag immer deine Wahrheit, Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben, Heyne München 2020)
Deshalb wider das Vergessen – Volkstrauertag 2020

 

Da die Gedenkveranstaltungen in allen drei Ortsteilen coronabedingt abgesagt wurden, konnten in diesem Jahr auch keine Spenden eingesammelt werden. Die Veranstalter verweisen daher auf das Spendenkonto des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.: 

Bankverbindung des Spendenkontos:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
IBAN DE23 5204 0021 0322 2999 00
Commerzbank Kassel

 

 

Diese Website verwendet Cookies. Durch Anklicken legen Sie fest, welche Cookies Sie zulassen.