Peter Pöppelmann

In seiner westfälischen Heimat ist er kaum bekannt - dafür aber in Dresden und anderen sächsischen Städten. Dort war er vor allem zwischen 1890 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs ein viel gefragter und hochangesehener Bildhauer, der immer wieder öffentliche und kirchliche Aufträge erhielt.

Peter Pöppelmann - Harsewinkeler Bildhauer in Dresden

Der Bildhauer Peter Pöppelmann wurde am 24. April 1866 in Harsewinkel geboren und starb hochbetagt am 6. November 1947 in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Sein Elternhaus, ein giebelständiges Fachwerkhaus, wie für den Ortskern von Harsewinkel typisch, stand am Klusenplatz. Dort hatte sein Vater, der Tischler Ferdinand Pöppelmann, eine kleine Werkstatt; seine Mutter, Gertrud Zurbrüggen, stammte aus einer alteingesessenen Harsewinkeler Familie.

Als Peter Pöppelmann 14 Jahre alt war, zog er nach Oelde, wo er eine Ausbildung zum Tischler und Bildhauer bei Carl Brockmann absolvierte. Danach arbeitete er in Münster in seinem erlernten Beruf und qualifizierte sich künstlerisch bei dem Bildhauer Heinrich Fleige weiter. Mit einer Silbermedaille, verliehen von der Kunstschule der Kunstgenossenschaft Münster, in der Tasche, zof er 1890 nach Dresden und trat in die Werkstatt des Hofbildhauers Curt Roch ein.

Fotografie von Peter Pöppelmann; Fotograf unbekannt

Erfolgreiche Jahre in Dresden

In Dresden und Sachsen machte er sich schnell einen Namen und konnte sich als selbstständiger Bildhauer etablieren. Aufträgen für den Bergmannsaltar der Petrikirche und das Portal der Jakobikirche in Freiberg folgten die Mitarbeit an der Gestaltung der Orgelempore der Dresdener Kreizkirche im Jahr 1900 und, als bedeutendster kirchlicher Auftrag; die Gestaltung des Portals der Christuskirche in Dresden-Strehlen. Hinzu kamen Aufträge der öffentlichen Hand wie für den Skulturenschmuck am Dresdener Rathaus. Zu nennen sind vor allem Skulturen für den Turm des Rathauses, von denen drei die Zerstörungen des Krieges überdauert haben.  

Kleinere Arbeiten wie Grabmale, Gedenktafeln, Plaketten und Medaillen ergänzten das Oeuvre Peter Pöppelmanns, der 1900, Zenaida Rivas, eine angeheiratete Nichte des Malers Wilhelm Ritter heiratete. Die Bekanntschaft mit Wilhelm Ritter und Carl Bantzer verweist auf das Eingebundensein Pöppelmanns in die Dresdener Kunstszene von der Goppelner Malerschule über den Verein bildender Künstler Dresdens bis zur Künstervereinigung Dresden. 1907 erfolgte die Ernennung zum Mitglied der Akademie der Künster und 1909 die Verleihung des Professorentitels.

Verblassender Ruhm

In diesen Jahren großer künstlerischer Kreativität wurden WErke von Peter Pöppelmann in allen wichtigen Kunstausstellungen Dresdens, bei denen er oft zur Jury gehörte, und auch in vielen anderen Städten, gezeigt. Die staatliche Skulturensammlung in Dresden und das  Museum der bildenden Künste in Leipzig erwarben ebenso Werke aus seinem Schaffen wie die Berliner Nationalgalerie.

Mit dem Ende der Monarchie in Deutschland scheinen auch die Erfolgsjahre Peter Pöppelmanns zu Ende gegangen zu sein. Es gab weniger kirchliche und öffentliche Aufträge und das kunstinteressierte Bürgertum hatte in den Krisenjahren am Anfang und am Ende der Weimarer Republik weniger finanzielle Ressourcen für den Erwerb bildender Kunst. Daher erhielt Pöppelmann Zuwendungen von Stiftungen, die sich die Unterstützung bedürftiger Künstler auf ihre Fahne geschrieben hatten. Außerdem versuchten Freunde und Bekannte ihm wenigstens kleinere Aufträge zu verschaffen, um seine wirtschaftliche Existenz zu sichern. Gänzlich in Vergessenheit geriet Peter Pöppelmann in der Öffentlichkeit nicht: Die Tagespresse erinnerte 1936 zum 70. Geburtstag und 1941 zum 75. Geburtstag an den Bildhauer, dessen Ruhm bereits verblasst war. 


Eine kleine Ausstellung mit drei Werken von Peter Pöppelmann erinnert dauerhaft im Foyer des Harsewinkeler Rathauses an den Bildhauer.  

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