Pöppelmanns Badende

Mittlerweile stehen drei Werke des Bildhauers Peter Pöppelmann in seiner Geburtsstadt Harsewinkel.

Pöppelmann-Ausstellung im Rathaus Harsewinkel

Mittlerweile befinden sich drei Werke des bekannten Dresdener Bildhauers und gebürtigen Harsewinkelers Peter Pöppelmann in Harsewinkel. Die Objekte sind dauerhaft vor dem großen Sitzungssaal ausgestellt, wo sie zu den Öffnungszeiten des Rathauses von Besuchern gesichtet werden können.

Die Badende...

Das bedeutendste der drei in Harsewinkel ausgestellten Werke ist ein 50cm höher Bronzeguss seiner Skulptur Die Badende, von der ein anderer, der mittlerweile sechs bekannten Güsse, 1900 im deutschen Pavillon der Pariser Weltausstellung gezeigt wurde. Weitere Exemplare befinden sich in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, im Museum der bildenden Künste in Leipzig und im Landesmuseum in Oldenburg sowie in Privatbesitz. Eine große Version ist im Besitz der Städtischen Galerie Dresden.

Die Badende konnte die Stadt Harsewinkel im Frühjahr 2001 mit Unterstützung der Volksbank Harsewinkel (heute: Volksbank im Ostmünsterland) erwerben. Auf der Plinthe befinden sich hinten rechts die Bezeichnung P. Pöppelmann und der Hinweis auf die Leipziger Gießerei Noack. Da bei dem Namenszug der Dredener Statuette der abschließende Buchstabe n fehlt und auf der Plinthe der Oldenburger Statuette außerdem die Jahreszahl 1897 angegeben ist, muss man davon ausgehen, dass die drei Statuetten von verschiedenen Modellen stammen bzw. dass zwei Exemplare nach überarbeiteten Modellen gegossen worden sind.

Die frühere Oberkonservatorin der Skulturensammlung der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, Dr. Bärbel Stephan, beschreibt die Skulptur der Badenden so: Der feine Gegensatz zwischen den jugendlich-geschmeidigen Körperformen und dem strengen statischen Aufbau zeichnet diese Arbeit besonders aus. Ein nacktes Mädchen steht gebückt, stemmt die linke Hand gegen den rechten Oberschenkel und wäscht das rechte Bein mit einem Schwamm, den es in der rechten Hand hält.

Abbildung der Skulptur: Die Badende

... und zwei kleine Objekte

2015 erwarb die Stadt Harsewinkel Peter Pöppelmanns 113 x 67 mm große Bronzeplakette, die für die  Internationale Hygieneausstellung von der Prägeanstalt Glaser&Sohn in Dresden produziert wurde. Sie zeigt links einen nackten im Kontrapost stehenden Mann. Er hat den linken Arm in die Hüfte gestemmt und wendet sein Gesicht einer rechts neben ihm sitzenden Mutter zu, die auf ihrem, von einem Gewand bedeckten Schoss, ein Kind hält, das von ihr gestillt wird. Hinter dem Mann ist der Stamm eines Baumes zu sehen, dessen Krone sich über den Mann entfaltet. Oben rechts, über der sitzenden Frau, befindet sich in drei Zeilen die Inschrift KEIN REICHTUM GLEICHT DIR, O GESUNDHEIT. Die Signatur P. Pöppelmann befindet sich unten rechts im Bildfeld. Diese Darstellung entspricht idealtypisch dem in der Ausstellung propagierten Idealbild des kräftigen und naturverbundenen Menschen.

Abbildung der Bronzeplakette

2016 kam schließlich mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse Gütersloh (heute: Sparkasse Gütersloh-Rietberg)  die Miniatur Putto auf Delphin hinzu. Mit der undatierten, vermutlich in den 1930er-Jahren entstandenen, nur 8 cm hohen, zierlichen Bronzeskulptur greift Pöppelmann, das seit der griechischen Antike bekannte Motiv der Nereiden auf, die seit dem 4. Jahrhundert nackt auf dem Rücken von Meerestieren reitend, dargestellt werden und als Schutzpatrone von Seeleuten galten. Die auf einer rechteckigen Plinthe stehende Miniatur ist auf der Rückseite unter der Woge mit den ineinander verschlungenen Buchstaben PP signiert und zeigt einen ruhig über eine Welle gleitenden Delphin. Auf dessen Rücken reitet Putto, sich mit der rechten Hand auf dem Rücken des Tieres abstützend und mit der linken an dessen Rückenflosse festhaltend; den Oberkörper hat er leicht nach hinten geneigt und seinen Kopf zur rechten Seite gedreht. Die Gesichtszüge des Knaben wirken durch die geschlossenen Augen beinahe ein wenig gedankenverloren und durch die nach unten gezogenen Mundwinkel eher ernst. Weitere Exemplare befinden sich in Privatbesitz und im Besitz des Schlossmuseums Glauchau. 

Abbildung der Bronzeskulptur Putto auf Dephin von Peter Pöppelmann


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