Schulprojekt: Zeitreise

Auf eine Zeitreise in die Geschichte von Harsewinkel gehen in jedem Herbst die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Grundschulen. Stadtführer, die in historische Kostüme schlüpfen, stellen an sieben Standorten Personen aus der Harsewinkeler Geschichte dar und bringen den Kindern die Vergangenheit ihrer Heimatstadt auf lebendige Weise nahe.

Pfarrdechant Heinrich Hüntmann (B. Kruk), Katharina Drüe (I. Westerbarkei), der Harsewinkeler Spökenkieker (H. Buchmann), Amtmann Geoorg Diepenbrock (E. Möller), die Lehrerin Hedwig Beerkotte (M. Kuhnke), Bürgermeister Eduard Wendland (H. de Byl) und die Gastwirtin Maria Koch (D. Brödel-Waschke) haben sich am Ende der Zeitreise 2009 vor dem Rathaus versammelt. Nicht auf dem Bild ist Oberin Benevenuta (P. Loerchner).

Darstellerinnen und Darsteller der Zeitreise 2009.

Nachdem die Kinder im Sitzungssaal des Rathauses mit Zylindern und Kopftüchern für ihre Reise passend eingekleidet werden, treffen sie schon vor dem Rathaus auf Anton Westermann, den Harsewinkeler Spökenkieker, der ihnen von seinem Leben als Tagelöhner und Schäfer berichtet und auch sein "zweites Gesicht", die Fähigkeit in die Zukunft zu blicken, offenbart. Weiter geht es dann zum Wendlanhaus am Alten Markt, vor dem Eduard Wilhelm Wendland davon erzählt, wie er am Anfang des 19. Jahrhunderts als Leutnant nach Harsewinkel gekommen ist, die schöne und wohlhabende Gastwirtstochter Jenny Gildemeister geheiratet hat und schließlich zum Bürgermeister ernannt worden ist.         

Starke Frauen

Weiter geht es dann zur Gaststätte Wilhalm, vor dem schon die resolute Gastwirtin Maria Koch, die nach dem frühen Tod ihres Mannes die Gastwirtschaft und den Beherbergungsbetrieb über Jahrzehnte allein geführt hat, die Kinder erwartet und ihnen berichtet, wie sie sich als Frau schon im 19. Jahrhundert durchsetzen konnte. Am St.-Lucia-Hospital wartet dann die erste Oberin des Krankenhauses Schwester Benevenuta auf die Kinder, die ihnen von der Krankenpflege und den Dienst rund um die Uhr berichtet.          

Pfarrer, Lehrerin, Amtmann

Pfarrdechant Heinrich Hüntmann zieht mit seinem Bericht über den Neubau der St.-Lucia-Kirche im Jahr 1860 die Kinder in ihren Bann und trifft auf erstaunte Blicke, als er berichtet, dass drei Jahre zuvor der Kirchturm der alten Luciakirche eines Nachmittags mit einem furchtbaren Knall in sich zusammengebrochen ist. Genauso erstaunt sind die Kinder, als die Lehrerin Hedwig Beerkotte ihnen davon erzählt, wie sie zu ihrem Beruf gefunden hat und dass es Lehrerinnen früher verboten war zu heiraten.

Am Rathaus schließlich werden die Zeitreisenden von einem ausgesprochen strengen und königstreuen Amtmann Georg Diepenbrock begrüßt, der immer wieder seine Macht und seine Sorge um die öffentliche Sicherheit betont. Wie wenig er sich für die Nöte seiner Untertanen interessiert wird deutlich, als er die von ihrem trunksüchtigen Mann geschlagene Katharina Drüe brüsk zurückweist. Danach sind die Zeitreisenden froh, im Rathaus nach der Rückgabe der Zylinder und Kopftücher wieder in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts ankommen zu dürfen.

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