Stolperstein für Salomon Lorch

Stolperstein für Salomon Lorch

Fast auf den Tag genau 75 Jahre, nachdem der Kaufmann Salomon Lorch von der Geheimen Staatspolizei in seinem kleinen Wohnhaus am Harsewinkeler Kirchplatz in das Konzentrationslager Riga verschleppt worden ist, wurde für ihn in Harsewinkel vom Kölner Konzeptkünstler Günter Demnig am 16. Dezember 2016 ein Stolperstein gesetzt.


Stifter des Stolpersteins für Salomon Lorch

Die Initiative für die Erinnerung an den letzten Juden, der nach fast 300-jährigem jüdischen Leben in der kleinen Landstadt Harsewinkel während der nationalsozialistischen Diktatur noch lebte, ging von dem Ehepaar Markus und Vera Dorgerloh sowie Frido Jacobs aus, die auch die Kosten für den Stolperstein übernommen haben.

Über 50 Harsewinkelerinnen und Harsewinkeler konnte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide an der Stelle begrüßen, an der bis Anfang der 1970er- Jahre das Wohnhaus von Salomon Lorch gestanden hat. Sie erinnerte daran, dass die Familie, aus der Salli Lorch stammte, zu den Harsewinkeler Poalbürgern zählte wie die deutschen Nachbarn und dankte den Initiatoren und dem Künstler für die neue Erinnerung an das jüdische Leben in Harsewinkel, die zu dem authentischen Erinnerungsort des jüdischen Friedshofs hinzukommt.

Während Günter Demnig den alten Pflasterstein aus dem Boden hob und den Stolperstein an seine Stelle setzte, erinnerten die Schülerinnen Sophie Gerbaulet und Inga Mense an die Geschichte der Familie Lorch, die sich in geschlossener Folge bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt. Vera und Markus Dorgerloh berichteten, wie sie sich als Kinder und Jugendliche der Geschichte der Juden angenährt haben, während Frido Jacobs eindringlich auf die Wichtigkeit solcher Aktivitäten angesichts von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Leugnen des Holocausts hinwies.

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