Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (v.lks. n. re.): Maria Brüggemann (Vorsitzende des PALAH).  Léopold Dussart (stellvertretender Bürgermeister von Les Andelys), Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und Nicolas Larcher (Vorsitzender des Partnerschaftsvereins in Les Andelys).

25 Jahre Städte-Partnerschaft mit les andelys

Tränen flossen, man umarmte und drückte sich, und die Versicherung, sich bald wiederzusehen, schien den Abschied zu erleichtern. Dass funktionierende Städtepartnerschaften nicht nur, aber vor allem von den Beziehungen und Freundschaften zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte leben, wurde im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Les Andelys und Harsewinkel am vergangenen Wochenende deutlich: Egal, ob bei der offiziellen Jubiläums-Feier am Samstagvormittag im Rathaus, dem gemeinsamen Essen im Heimathaus, dem Bouleturnier im Michel-Vauthrin-Park, dem Weinfest auf dem Alten Markt - bei dem die Franzosen,  wie in jedem Jahr, mit einem Stand vertreten waren – oder bei der Verabschiedung am Montangmorgen auf dem Place des Andelys: Freundschaften sind die tragende Säule der Städte-Partnerschaft.

Besonders deutlich wurde die enge Verbundenheit bei der Rede von Nicolas Larcher, dem Vorsitzenden des französischen Partnerschaftskomitees, die er im Rahmen der offiziellen Feier anlässich des Jubiläums am Samstagvormittag im Ratssaal vor rund  100 geladenen Gästen hielt: Larcher, der als 11-Jähriger zum ersten Mal mit seinem Vater  nach Harsewinkel kam, und der seinen jetzt ebenfalls 11-jährigen Sohn mitbrachte, betonte, dass er eine Familie in Frankreich und eine in Deutschland habe.

Léopold Dussart, stellvertretender Bürgermeister von Les Andelys und Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide. (Foto: Joe Cubick) Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide erinnerte an die Anfänge der Partnerschaft, die mit dem Austausch von Lehrlingen  und den sportlichen Begegenungen der Handballer in den 1980er ihren Ausgang nahm. „Erst haben sich die Menschen gefunden, dann die Städte.“ Dass Städtepartnerschaften Spuren in Herzen und Köpfen hinterließen, wurde von ihr ebenfalls betont: So erinnerten nicht nur Orte wie der Place des Andelys vor dem Rathaus oder der Michel-Vauthrin-Park am Röwekamp an die langjährigen Beziehungen zu der Seine-Stadt: Bei der gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft 2018 habe man sich mit den Franzosen gefreut,  während der Anschläge in Paris im Jahr 2015 sei man mit den Gedanken bei den Freunden in der Partnerstadt gewesen.

Léopold Dussart, stellvertretender Bürgermeister von Les Andelys, betonte seinerseits, dass er sich in Harsewinkel wie zu Hause fühle. „Man ist bei Freunden.“ Maria Brüggemann, seit einem Jahr in der Nachfolge von Günter Rauh Vorstandsvorsitzende des Partnerschaftsvereins Les Andelys/Harsewinkel (PALAH) unterstrich in ihrer Rede die Bedeutung des Austausches zwischen Schulen und Vereinen und die der gegenseitigen Besuche zu den verschiedenen Stadtfesten.

Michell Vauthrin und Heinrich Hemker im Rathaus von Les Andelys im Jahr 1994. (Foto: NW)Die Städtepartnerschaft war am 2. Juli 1994 auf deutscher Seite von dem damaligen Bürgermeister Heinrich Hemker, Stadtdirektor Reinhard Haase und dem langjährigen Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins, Julius Petri, mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde besiegelt worden. Auf französischer Seite unterschrieben am 8. Oktober 1994 neben dem damaligen Bürgermeister Michel Vauthrin, der stellvertretende Bürgermeister Gilbert Barbara und Elisabeth Thuault vom Partnerschaftskomitee.

Seither hat es vielfältige Begegnungen zwischen beiden Städten gegeben, bei der bis heute die gegenseitigen Besuche zu den verschiedenen Stadtfesten im Vordergrund stehen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Begegnungen zwischen der jungen Generation beider Städte:  Der langjährige Schulaustausch zwischen dem Collège Rosa Parks und der Harsewinkeler Realschule wurde nach deren Auslaufen vom Städtischen Gymnasium fortgeführt. Das Programm „Jugendbotschafter“, dass anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Partnerschaft aufgelegt wurde, wurde seither ohne Unterbrechung mit Schüler/innen des Harsewinkel Gymnasiums besetzt; bei dem Projekt „Berufspraktikum in der Partnerstadt“ erhalten Jugendliche seit 2006 die Möglichkeit, das französische Arbeits- und Alltagslebens  kennenzulernen. Und mit dem diesjährigen Pfingst-Turnier, bei dem es nach einer Pause von sehr vielen Jahren wieder gelang, Handballer aus beiden Städten in Harsewinkel zusammenzubringen, wurde an die alte Tradition des sportlichen Wettkampfes zwischen Handballern aus beiden Städten angeknüpft.

Léopold Dussart, Genevieve Vauthrin, Witwe von Michell Vauthrin; und Maria Brüggemann mit einem Foto ihres Patenonkels Julius Petri bei der Gedenkminute in der Allee der Erinnerung. Auf dem Weg zum gemeinsamen Mittagessen im Heimathaus legte die Besuchergruppe nach dem offiziellen Empfang im Rathaus eine Gedenkminute in der Allee der Erinnerung im Moddenbachtal ein. In der Allee, die anlässlich des 60-jährigen Kriegsendes im Jahr 2005 von Bürgermeister Frank Gilard und Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide eingeweiht wurde, wurde der verstorbenen Wegbereiter und langjährigen Freunde der Städtepartnerschaft gedacht.

Die Jugendbotschafterinnen verkauften am Weinstand selbstgebackene Crêpes. (Foto: Joe Cubick) Im Anschluss an das geimeinsame Mittagessen ging es dann auf dem Weinfest fröhlich weiter. Am Sonntag fand im Michel-Vauthrin-Park das traditionelle Boule-Turnier statt. Am Montag wurden die Gäste von ihren deutschen Gasteltern am Rathausplatz verabschiedet. Ein Wiedersehen wird es bei der Fahrt zum Flohmarkt im September und bei der Jubiläumsfeier im Oktober in Les Andelys geben. Und auch die Franzosen kehren schon bald zurück: Beim diesjährigen Harsewinkeler Weihnachtsmarkt werden sie nach einer zweijährigen Pause wieder mit einem Stand vertreten sein: Die Harsewinkeler können sich dann zu Weihnachten wieder mit leckeren französischen Spezialitäten eindecken.





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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